Aktuell

Einbaum sticht in See

23. Juli 2018

Das Museum Dümmer in Lembruch feierte am 20. Juli 2018 sein fünfzigjähriges Bestehen.

Die Fundorte der Jungsteinzeit und Bronzezeit am Dümmer, die dort ausgestellt sind, kennt jeder Archäologe, bieten sie doch einen bemerkenswerten Einblick in die Übergangszeit von der Zeit der Jäger und Sammler in die Epoche der Sesshaftwerdung. Nachdem das Fragment des ältesten Wasserfahrzeugs Niedersachsens aus dem Museum in die Ausstellung im Landesmuseum in Hannover verbracht worden war, konnte die Lücke im Ausstellungsbereich 2016 bereits durch einen Nachbau eines Einbaums geschlossen werden. Dieser hatte aber nie Wasser unter dem Kiel gehabt.

Aus Anlass des Jubiläums wurde daher ein schwimmfähiger Einbaum in Auftrag gegeben, der vom Leiter des ATZ, Dr. Hans Joachim Behnke und dem Archäotechniker Thorsten Helmerking in 170 Arbeitsstunden direkt am Museum gebaut wurde. Täglich wurden zahlreiche Touristen in die Kunst des steinzeitlichen Einbaumbaus eingewiesen, und die Bevölkerung half tatkräftig mit, als das fertige Boot an den Dümmerstrand befördert werden musste.

Am 20. Juli wurde das Boot in einer feierlichen Zeremonie zu Wasser gelassen, getauft und anschließend gepaddelt. Der Einbaum wird auch in der kommenden Woche gefahren werden können, wenn zahlreiche Archäotechniker aus ganz Deutschland im Rahmen einer Festwoche allen Besuchern des Museums vorgeschichtliche Handwerkstechniken wie Bronzeguss und Eisenherstellung zeigen, um nur einige Beispiele zu nennen. Der Einbaum verbleibt anschließend auf dem Dümmer und steht dem Museum für museumspädagogische Veranstaltungen zur Verfügung. Die Erbauer hoffen, dass der Einbaum noch viele Jahre läuft. Nur dann können Untersuchungen an der Außen- und Innenseite vorgenommen werden, denn die Oberflächenherstellung ist archäologisch noch nicht abschließend geklärt.

Unser Mammutbaum braucht Wasser – Das ATZ tauscht Wasser gegen Eis!

19. Juli 2018

Liebe Kinder,

der Sommer ist heiß! Kein Regen weit und breit in Sicht. In Cottbus bittet man die Menschen um Mithilfe. Sie sollen die kleinen Bäume vor ihrer Tür mit einem Eimer Wasser vorm Vertrocknen retten.

Auch unserem Mammutbaum ist es zu heiß. Deshalb freut er sich gerade in diesem Sommer über jede kalte Husche, die in der Zeit von 11 bis 17 Uhr in einem Eimerchen ihren Weg in das ATZ findet. Als Lohn für die Mühe winkt jedem fleißigen Baumgießer ein Dankeschön in Form eines leckeren Eises. Außerdem gibt es in dieser Aktionswoche vom 31. Juli bis zum 4. August unter der Woche wieder tolle Workshopangebote passend zur Eiszeit. An folgendem alten Handwerk könnt Ihr Euch jeweils in der Zeit von 14 bis 16 Uhr versuchen:

Dienstag, den 31. Juli 2018 Wir stellen Pailletten aus Muschelschalen her!
Mittwoch, den 1. August 2018 Wir schnitzen uns ein Schwirrholz!
Donnerstag, den 2. August 2018 Wir üben uns in Höhlenmalerei!
Freitag, den 3. August 2018 Wir stellen Pfeilspitzen aus Feuerstein her!

Der Eintritt zu den Workshops beträgt 5,00 € pro Angebot. Infos & Anmeldung unter 035751-28224

Das Archäotechnische Zentrum

17. Juli 2018

Von der Kohlengrube Clara zum Clara See und zum Archäotechnischen Zentrum (kurz ATZ) Welzow.

Als Feuerwache verschlossen und vergessen – mit dem ATZ erwacht und geöffnet.

Archäologie als Unterrichtsfach, wo gibt es das? Im ATZ!

Unzählige Repliken aus 12.000 Jahren Menschheitsgeschichte machen die Urgeschichte von Hausbau, Energie, Nahrungsbeschaffung, Handwerk und Mobilität im ATZ greifbar.

Ein Baum, ein Boot, ein Einbaum! Gebaut mit Werkzeug aus der Eisenzeit und dem Mittelalter (Axt, Hohldechsel und Beitel).

Ein mittelalterliches Dorf (Klein Görigk) in Vergessenheit versunken, im ATZ als Freilichtinstallation wieder aufgebaut.

Hölzer aus archälologischen Ausgrabungen werden im Clara See aufbewahrt und vor weiterem Verfall bewahrt und damit für kommende Forschergenerationen erhalten.

Das ATZ selbst wird getragen vom Förderverein des Archäotechnischen Zentrums e. V. mit Sitz in Welzow – der Stadt am Tagebau.

Ferienlernort Wald & Feld vom 5. bis zum 10. August 2018

19. Juni 2018

Natur erleben und entdecken – Ein Projekt für Schüler, initiiert vom Archäotechnischen Zentrum Welzow

Auf dem Jahrtausende langen Weg bis hin zum homo sapiens war das Kerngeschäft des Menschen die Jagd und das Sammeln. Aber auch nach der neolithischen Revolution, in Deutschland vor 7.500 Jahren, ist der Mensch ständig dem Druck unterlegen, jagen zu müssen. Solange Vieh in der Waldweide oder später auf der offenen Weide steht, müssen die Hütenden, also auch Kinder, dieses Vieh gegen Raubtiere und fremde Menschen schützen. Dies geht in der sich von der Naturlandschaft zur Kulturlandschaft wandelnden Umwelt nur mit Jagdwaffen. Wer am Ende des Sommers Getreide ernten will, um Brot zu essen, muss alle Tiere des Waldes von den Feldern fernhalten. Nicht nur Rotwild, Rehwild und Sauen nehmen Getreide gerne als Äsung an. Auch Hamster und Co. ernten mit. Sie alle fern zu halten war auch in der Zeit der Sesshaftwerdung unumgänglich. Sie zu vergrämen war bedingt möglich, sie mit Fallen zu fangen oder aktiv zu bejagen brachte zusätzliche Nahrung. In Steinzeit, Bronzezeit und Eisenzeit wurde immer gejagt, wie die in den Siedlungen gefundenen Wildtierknochen belegen. Erst im Mittelalter ging das Jagdrecht auf Adel und Klerus über, und der Landbevölkerung wurde das Jagen verwehrt. Eine der großen Errungenschaften der Revolution von 1848 ist die Bindung des Jagdrechtes an Grund und Boden. Wer eine eigene Scholle hat, besitzt hier auch das Jagdrecht.

Betrachtet man als Archäologe und Historiker die etwa 2,4 Millionen Jahre, die es bedurfte, um homo sapiens herauszubilden, so ist es nur ein ganz kleines Zeitfenster von kaum 8.000 Jahren, in dem der Mensch sesshaft ist. Und doch jagt er. Die Jagd ist das Kerngeschäft des Menschen. Wer kein Fleisch essen will, mag das tun. Wer aber grillen will, Braten essen will oder Burger kauft, muss wissen, dass er für dieses Essen immer Tiere töten lassen muss. Es kann im 21. Jahrhundert nur Aufgabe sein, mit den Ressourcen, die uns zur Verfügung stehen, nachhaltig umzugehen. Das gilt einerseits für den Wald- und Feldbau, Boden und Wasser gilt es zu schützen, andererseits aber auch für den Umgang mit den in Massen gehaltenen Haustieren und den freien Wildtieren.

Dass der Mensch nur durch die Jagd und den Fleischkonsum zu dem wurde, was er ist, wird im Schulunterricht nicht vermittelt. Neandertaler und Co. sind weniger Thema als das vermeintliche sichere Lebensmittel aus Stall, Feld und Garten. Dies kann und soll unter anderem Blickwinkel betrachtet werden. Hierzu geht der  Experimentalarchäologe und Leiter des Archäotechnischen Zentrums, Dr. Hans Joachim Behnke, seit dem Jahr 2015 eigene Wege.

Ziel dieser Ferienlernwoche ist es, den Schüler zu zeigen, woher sie kommen, und auf welche Weise sie zu dem geworden sind, was sie sind: Menschen. Mit der Heranführung an das Waidwerk und die Vermittlung von Wissen zu unserer heutigen Kulturlandschaft mit industrialisierter Landwirtschaft und produktivem Waldbau werden sie sich ihrer selbst bewusst. Das Grundbedürfnis des Menschen ist Nahrung und ein Dach über dem Kopf. Diese zwei Säulen liefern Wald und Feld. Um dies zu verdeutlichen erfolgen Exkursionen in die Waldwirtschaft, die Landwirtschaft und in die Reviere. Hier vermitteln wir ein anspruchsvolles Rahmenprogramm rund um den Naturschutz und die Jagd, Morgenansitz mit Tierbeobachtung und Dokumentation inbegriffen. Indem wir die Arbeit in der Natur und für die Natur vermitteln, bietet das Archäotechnische Zentrum allen Schülern mit Faible fürs Abenteuer eine erlebnisreiche Woche unter dem Thema Ferienlernort Wald und Feld.

Letztlich kommt es den Initiatoren auf eine Wertevermittlung an: Wie gehe ich nachhaltig mit der Natur vor unserer Haustür um, wie kann ich sie nutzen und wie kann ich sie für die kommenden Generationen erhalten?

Die Kosten für diese Ferienwoche für Kinder und deren Eltern wurden bewusst niedrig gehalten. Fünf Übernachtungen mit Vollverpflegung und Rundumbetreuung in Feld und Wald kosten 369,00 € pro Kind. Anmeldungen bitte unter 035751-28224 oder per E-Mail an info@atz-welzow.de!

Das ATZ töpfert das nächste Mal am 18. Juli

16. Mai 2018

Einmal im Monat treffen sich die fleißigen Handwerker und Handwerkerinnen um Herrn Dr. Behnke und töpfern gemeinsam Ware für den Verkaufsshop. Neben historischen Gefäßen und Dekorationsartikeln können auch kreative Stücke für den Eigenbedarf hergestellt werden. Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Interessenten sind herzlich Willkommen! Getöpfert wird in der Regel von 18 bis 20 Uhr. Übrigens: Die Liste mit allen Workshop-Terminen für das Jahr 2018 liegt im Shop des ATZ aus.

Alle Termine auf einem Blick:

17.01.2018, 14.02.2018, 14.03.2018, 18.04.2018,
16.05.2018, 20.06.2018, 18.07.2018, 15.08.2018,
19.09.2018, 17.10.2018, 14.11.2018, 12.12.2018
jeweils in der Zeit von 18 bis 20 Uhr