Aktuell

Das atz kocht wieder am 12. Juli!

21. Juni 2018

Die Burgunden des Nibelungenliedes ziehen an den Rhein und marschieren in den Untergang. Wer kennt sie nicht, diese spannende Geschichte von geschmiedeten Schwertern, Drachen, den Ränken um die Gewinnung von Frauenliebe, dem argen Lindenblatt, welches den Speerwurf des Hagen von Tronje so erfolgreich macht und der bitterbösen Rache dieses Mordes durch nichtchristliche Reitertruppen aus den Steppen Asiens.

Das Nibelungenlied – als hochmittelalterliches Epos an den Rhein verortet, bietet heute noch dortigen Metropolen die Möglichkeit, mit Krimhildstor an Kirchen zu werben und Drachensteaks in Lindentunke auf die Speisekarte zu setzen. Und die Besucher lieben es.

In der Lausitz gehen Nichtarchäologen davon aus, dass sich das historische Volk der  Burgunder in der sogenannten Luboszyce-Kultur wiederfindet. Dass der Tod Siegfrieds mit Hilfe der hunnischen Truppen des neuen Göttergatten der zu recht rachsüchtigen Krimhild in Strömen von Blut gerächt wird und die Burgunden untergehen, geht letztlich auf den Zuzug der Burgunder an den Rhein und Ostfrankreich zurück. Da wurden sie in der Mitte des 5. Jahrhunderts unter ihrem Anführer Gundahar von den Römern durch hunnische Hilfstruppen vernichtet und verlieren sich anschließend in der Geschichte.

Mit den Burgunden des Nibelungenliedes und den Burgundern der Geschichtsschreibung liegt uns heute ein wunderbares Zusammenspiel von Geschichte und Geschichten vor, das man im ATZ kulinarisch und archäotechnisch ausschmücken wird. Willkommen zum abendlichen Programm „Das ATZ kocht!“ am Donnerstag, den 12. Juli 2018 ab 18 Uhr.

Die Karten für 29,00 € erhalten Sie im ATZ-Shop.

Ferienlernort Wald & Feld vom 5. bis zum 10. August 2018

19. Juni 2018

Natur erleben und entdecken – Ein Projekt für Schüler, initiiert vom Archäotechnischen Zentrum Welzow

Auf dem Jahrtausende langen Weg bis hin zum homo sapiens war das Kerngeschäft des Menschen die Jagd und das Sammeln. Aber auch nach der neolithischen Revolution, in Deutschland vor 7.500 Jahren, ist der Mensch ständig dem Druck unterlegen, jagen zu müssen. Solange Vieh in der Waldweide oder später auf der offenen Weide steht, müssen die Hütenden, also auch Kinder, dieses Vieh gegen Raubtiere und fremde Menschen schützen. Dies geht in der sich von der Naturlandschaft zur Kulturlandschaft wandelnden Umwelt nur mit Jagdwaffen. Wer am Ende des Sommers Getreide ernten will, um Brot zu essen, muss alle Tiere des Waldes von den Feldern fernhalten. Nicht nur Rotwild, Rehwild und Sauen nehmen Getreide gerne als Äsung an. Auch Hamster und Co. ernten mit. Sie alle fern zu halten war auch in der Zeit der Sesshaftwerdung unumgänglich. Sie zu vergrämen war bedingt möglich, sie mit Fallen zu fangen oder aktiv zu bejagen brachte zusätzliche Nahrung. In Steinzeit, Bronzezeit und Eisenzeit wurde immer gejagt, wie die in den Siedlungen gefundenen Wildtierknochen belegen. Erst im Mittelalter ging das Jagdrecht auf Adel und Klerus über, und der Landbevölkerung wurde das Jagen verwehrt. Eine der großen Errungenschaften der Revolution von 1848 ist die Bindung des Jagdrechtes an Grund und Boden. Wer eine eigene Scholle hat, besitzt hier auch das Jagdrecht.

Betrachtet man als Archäologe und Historiker die etwa 2,4 Millionen Jahre, die es bedurfte, um homo sapiens herauszubilden, so ist es nur ein ganz kleines Zeitfenster von kaum 8.000 Jahren, in dem der Mensch sesshaft ist. Und doch jagt er. Die Jagd ist das Kerngeschäft des Menschen. Wer kein Fleisch essen will, mag das tun. Wer aber grillen will, Braten essen will oder Burger kauft, muss wissen, dass er für dieses Essen immer Tiere töten lassen muss. Es kann im 21. Jahrhundert nur Aufgabe sein, mit den Ressourcen, die uns zur Verfügung stehen, nachhaltig umzugehen. Das gilt einerseits für den Wald- und Feldbau, Boden und Wasser gilt es zu schützen, andererseits aber auch für den Umgang mit den in Massen gehaltenen Haustieren und den freien Wildtieren.

Dass der Mensch nur durch die Jagd und den Fleischkonsum zu dem wurde, was er ist, wird im Schulunterricht nicht vermittelt. Neandertaler und Co. sind weniger Thema als das vermeintliche sichere Lebensmittel aus Stall, Feld und Garten. Dies kann und soll unter anderem Blickwinkel betrachtet werden. Hierzu geht der  Experimentalarchäologe und Leiter des Archäotechnischen Zentrums, Dr. Hans Joachim Behnke, seit dem Jahr 2015 eigene Wege.

Ziel dieser Ferienlernwoche ist es, den Schüler zu zeigen, woher sie kommen, und auf welche Weise sie zu dem geworden sind, was sie sind: Menschen. Mit der Heranführung an das Waidwerk und die Vermittlung von Wissen zu unserer heutigen Kulturlandschaft mit industrialisierter Landwirtschaft und produktivem Waldbau werden sie sich ihrer selbst bewusst. Das Grundbedürfnis des Menschen ist Nahrung und ein Dach über dem Kopf. Diese zwei Säulen liefern Wald und Feld. Um dies zu verdeutlichen erfolgen Exkursionen in die Waldwirtschaft, die Landwirtschaft und in die Reviere. Hier vermitteln wir ein anspruchsvolles Rahmenprogramm rund um den Naturschutz und die Jagd, Morgenansitz mit Tierbeobachtung und Dokumentation inbegriffen. Indem wir die Arbeit in der Natur und für die Natur vermitteln, bietet das Archäotechnische Zentrum allen Schülern mit Faible fürs Abenteuer eine erlebnisreiche Woche unter dem Thema Ferienlernort Wald und Feld.

Letztlich kommt es den Initiatoren auf eine Wertevermittlung an: Wie gehe ich nachhaltig mit der Natur vor unserer Haustür um, wie kann ich sie nutzen und wie kann ich sie für die kommenden Generationen erhalten?

Die Kosten für diese Ferienwoche für Kinder und deren Eltern wurden bewusst niedrig gehalten. Fünf Übernachtungen mit Vollverpflegung und Rundumbetreuung in Feld und Wald kosten 369,00 € pro Kind. Anmeldungen bitte unter 035751-28224 oder per E-Mail an info@atz-welzow.de!

Klassenfahrt der Freien Waldorfschule Halle

18. Juni 2018

Liebe Eltern, leider hat sich niemand zum Tagebuch schreiben finden können.

Auf Grund der Einwände mancher Eltern, Fotos hier einzustellen, haben wir auch auf die Galerie verzichtet.

Die Redaktion

Projektwoche Mittelalter der Friedrich-Starke-Grundschule Elsterwerda Klasse 5 b – Tag 5

15. Juni 2018

Redestab mit allen Beteiligten

Der Redestab am letzten Tag gibt den Kindern die Möglichkeit, zum Ausdruck zu bringen, was ihnen an der Projektwoche Mittelalter besonders gut gefallen hat und was sie nicht so schön fanden. Diese Erkenntnisse lassen wir in unsere Arbeit einfließen.

Vierzehn Kinder fanden das Schnitzen der eigenen Ritterschwerter besonders gut. Den Weg vom „Korn zum Brot“ haben vier Kinder gerne absolviert. Die Nachtwanderung wurde von 22 Kindern in guter Erinnerung behalten, wobei acht Kindern die Aussicht auf die Tagebaulichter bei Nacht besonders gefallen hat und vier Kinder die Darbietung des gemieteten Wildschweines besonders erwähnenswert fanden. Die Exkursion in den Tagebau mit seinen Großgeräten fanden 13 Kinder toll. Das Aktivspiel „Mit Schild und Schwert“, in dem man die Kampftechniken der Ritter erlernen konnte, fanden 12 Kind cool. Zwei Kinder haben gerne Fladen gebacken und ein Kind hatte Spaß beim Spiel „Mittelalterberufe erraten“. Ein Junge fand ALLES toll und zwei Mädchen hatten Freude bei der Herstellung ihre Lederarmbänder.

Frau Lehmann lobte das Verhalten der Kinder, ihre Hilfsbereitschaft untereinander und ihre soziale Kompetenz. Sie war begeistert, dass eine oder andere Kind in dieser Zeit auch mal ganz anders zu erleben. Sie freute sich über die Unterstützung der Eltern, ohne deren Hilfe die Klassenfahrt nicht möglich geworden wäre und über die gute Wirkung des Traumtees, mit dem auch die Heimweh-gebeutelten Kinder die Woche gut überstanden haben.

Herr Roeder als Vati lobte die Disziplin der Kinder und ihre soziale Ader. Er dankte dem ATZ für die Vielseitigkeit des Angebotes, welches auf hohem Niveau und mit Herzblut umgesetzt wird.

Die Referendarin Elisabeth Zerbe war sehr glücklich, dass sie zur Projektwoche mitfahren und die Klasse in dieser Zeit so gut kennen lernen durfte. Sie hatte Spaß mit den Kindern und lobte sie als super Klasse und soziales Team.

Wir wünschen allen Kinder und natürlich auch den Erwachsenen, dass sie gut nach Hause kommen, gesund bleiben mögen und dass man sich vielleicht mal im Museum oder zu der einen oder anderen Veranstaltung wiedersieht.

Die Redaktion

Projektwoche Mittelalter der Friedrich-Starke-Grundschule Elsterwerda Klasse 5 b – Tag 4

15. Juni 2018

Als die Kinder im ATZ angekommen waren, wurden sie in vier Gruppen aufgeteilt. In dem Workshop „Vom Korn zum Brot“ konnten sie in vier Stationen den Weg vom Getreide bis zum fertigen Teig im Mittelalter selber nachvollziehen. In der ersten Station musste das Getreide ausgedroschen werden. Dafür sollten die Ähren in ein Leinensack gesteckt werden und anschließend mit Stöcken gedroschen werden. Mit den daraus gewonnenen Körner zogen die Kinder weiter zur zweiten Station, wo geworfeln wurde. Hier trennten die Kinder mit Hilfe der Windkraft die „Spreu vom Weizen“. In unserem Fall war es allerdings der im Mittelalter verbreitete Johannisroggen. Alles wurde auf ein Laken geschüttet und dann nach oben geworfen. Der Wind trug die Spreu weg, die Körner flogen zurück in das Laken. In der dritten Station sollten die gewonnenen Körner nun mittels Handmühle gemahlen werden. Das nun gewonnene Mehl wurde in der vierten Station zu Teig verarbeitet, der nun gehen musste. Hungrig von der anstrengenden Arbeit, machten sich die Kinder über das Mittagessen her, welches am letzten Tag Neuzeitliches ausfiel. Es gab Kartoffeln und Kräuterquark. Nach dem Essen teilten wir die Kinder in zwei Gruppen. Die erste Gruppe erhielt einen Vortrag über das Mittelalter in der Lausitz, die zweite Gruppe ging in der Werkstatt ihre Ritterschwerter verzieren. Nach einer Stunde wurde gewechselt. Zum Kaffee konnten sich die Kinder aus dem inzwischen gegangen Teig leckere Fladenbrote über offenem Feuer backen. Dazu gab es leckere Aufstriche, wie Heidelbeerquark und selbst hergestellte Bio-Marmeladen und Konfitüren. Da das Freibad aus technischen Gründen immer noch geschlossen hatte, wünschten sich die Kinder für den Nachtmittag noch einmal das Aktivspiel „Mit Schild und Schwert -Kampftechniken seit der Römerzeit“. Nach dem Abendbrot in der Alten Dorfschule ging es spät abends dann endlich auf Nachtwanderung zum schwarzen Loch, wo man einen einmaligen Blick auf den Tagebau bei Nacht hatte und auf dem Rückweg die Bekanntschaft mit einem nicht ganz so wilden Wildschwein machte.

Die Redaktion