Museumspädagogik

Museumspädagogik und Archäotechnik

Der Begriff Archäotechnik beinhaltet die Ausführung von Arbeitstechniken, derer sich der vorgeschichtliche Mensch bediente, um sein Leben zu meistern. Der Archäotechniker nutzt die Ergebnisse der experimentellen Archäologie und vermittelt die Erkenntnisse an verschiedene Zielgruppen mit angepasstem Niveau. Grundvoraussetzung für den Archäotechniker ist neben seiner handwerklichen Fähigkeit insbesondere die Anpassung der Vermittlung vorgeschichtlicher Techniken an den neuesten Forschungsstand in der Archäologie.

Eine Ausstellung von Steinzeitlichen Werkzeugen beim Vereinsfest 2009

Für Kita und Hort, Schulklassen, Familien, Einzelbesucher wie auch Gruppen wird das Archäotechnische Zentrum zukünftig in seiner Veranstaltungspalette Workshops bereithalten, in denen es um verschiedenste Bereiche der Handwerkstechniken geht, die in vorgeschichtlicher Zeit lebensnotwendig, aber allgemeingebräuchlich waren. Insbesondere die Holzbearbeitung in der Steinzeit, Bronzezeit und Eisenzeit werden hier im Mittelpunkt stehen.

Na, haben wir ein Fundgegenstand im Sieb?

Hinter dem Zentrum wächst der Epochengarten, wo allerlei Nutzpflanzen aus Steinzeit, Bronzezeit, Eisenzeit und Mittelalter angepflanzt werden. Hier kann gekocht, Keramik hergestellt und gebrannt werden, hier zeigen wir alte Handwerkstechniken wie Feuersteinbearbeitung, Holzbearbeitung, Lederherstellung.

Die Grundlage aller archäotechnischen Vermittlung ist die Beherrschung alter Techniken durch den Vermittelnden. Insbesondere die Ausstellung Holz-Kultur – Von der Urzeit bis in die Zukunft in Oldenburg 2007 hat eine Vielzahl von Anstößen gegeben, denen es lohnt, nachzugehen. Wer sich mit Archäotechnik beschäftigen will, findet auch in den Publikationen zur experimentellen Archäologie aus Oldenburg und Unteruhldingen erste Ansätze, um sich selber mit alten Handwerkstechniken zu beschäftigen.

Das Archäotechnische Zentrum bestückt seine Zentrumskoffer nur mit Repliken von Fundgegenständen, die auch im Land Brandenburg nachgewiesen sind. Das Archäologische Landesmuseum Brandenburg an der Havel mit seiner großen, neu konzipierten Ausstellung bot sich an, hier die entsprechenden Fundgegenstände anzusehen und mit den hier ausgestellten originalen Fundgegenständen den Nachweis zu führen.

Mehr Informationen finden Sie unter Paulikloster!

Literatur:

Martin Schmidt, Marlise Wunderli: Museum experimentell Experimentelle Archäologie und museale Vermittlung – Schwalbach/Ts., 2008

Markus Vosteen: Museale Vermittlung ur- und frühgeschichtlicher Inhalte – Geschichte in Wissenschaft und Unterricht, Jahrgang 54, Heft 4, Seelze 2003, S. 227-234