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Neue Schätze im ATZ!

Seit dem Beginn des zweiten Lockdowns 2020 ist der Besucherverkehr in Museen und musealen Einrichtungen, so wie das ATZ eine ist, ausgesetzt. Dennoch geht die Arbeit weiter. Neben all der Büro- und Aufräumarbeit, die trotzdem anfällt oder während turbulenteren Tagen liegen geblieben ist, wird die Zeit genutzt, um neue Objekte für die Ausstellung bereitzustellen.

Ein Bronzeschwert zum Anfassen!

Unter den neuen Objekten präsentiert die Ausstellung des Archäotechnischen Zentrums als Prunkstück eine Replik des Bronzeschwertes aus dem Fürstengrab von Seddin, einem großen Grabhügel aus der Prignitz. Das bereits 1899 untersuchte Grab stammt aus der jüngeren Bronzezeit (ca. 800 v. Chr.) und enthielt neben dem Schwert eine große Bronzeamphore mit Leichenbrand, mehrere Bronzegefäße, Schmuck, Werkzeuge und Körperpflegeutensilien. Der Griff des Schwertes sowie die Klinge wurden getrennt in Gussformen aus Lehm und Pferdemist nach dem Wachsauschmelzverfahren gegossen. Dabei wird das zu gießende Objekt in Wachs geformt und anschließend mit der Lehmmischung ummantelt. Wenn die Form trocken ist, wird sie gebrannt und das Wachs dadurch aus der Form ausgeschmolzen. Zurück bleibt eine Hohlform, die später mit der heißen Bronze ausgegossen wird. Um das gegossene Objekt nach der Abkühlung aus der Form zu holen, muss diese allerdings zerstört werden. Deshalb bezeichnet man diesen Vorgang auch als „das Gießen in verlorener Form“. Griff und Klinge wurden im Anschluss aufwändig poliert und zusammengenietet. Die Holzschalen für den Griff halten durch passgenaues Arbeiten und etwas Bienenwachs, mit dem auch der Rest des Schwertes poliert wurde. Wie alles in der vitrinenlosen Ausstellung im ATZ ist auch das Bronzeschwert zum Anfassen gedacht.

Das ATZ hofft seine Besucher nach dem erfolgreichen Überdauerns der Corona-Pandemie mit weiteren Repliken in die Ausstellung zu locken. Derweil kümmert man sich um die Beschaffung von Fördermitteln, um auch im nächsten Jahr wieder für seine Besucher mit einem abwechslungsreichen und spannenden Programm aufwarten zu können.

Bildautor: ATZ Welzow

19. Dezember 2020